1850 bis 1859
- 1850
- 18. März: Henry Wells und William Fargo gründen American Express.
- 09. July: Zachary Taylor, US-amerikanischer General und 12. Präsident der USA, vertirbt (* 1784)
- 09. July: Nach dem Tod von Zachary Taylor wird Millard Fillmore als 13. US-Präsident vereidigt.
- 09. September: Kalifornien wird 31. Bundesstaat der USA
- 1851
- 05. April: Der Vertrag von Mendota, in dem die Dakota der Regierung der Vereinigten Staaten einen Großteil ihres Stammesgebiets überließen und sich verpflichteten, in eine Reservation zu ziehen, wird unterzeichnet. Als Gegenleistung sollen sie Geld und Lebensmittel erhalten.
- 14. August: Der bekannte Revolverheld John Henry Holliday alias Doc Holliday wird in Griffin, Georgia geboren.
- 14. September: James Fenimore Cooper, US-amerikanischer Schriftsteller und Autor des weltbekannten Romans Lederstrumpf wird geboren (* 1789)
- 18. September: Die erste Ausgabe der Tageszeitung The New York Times erscheint unter dem Titel The New York Daily Times.
- 18. Oktober: Der Schriftsteller Herman Melville veröffentlicht in New York den Roman Moby Dick in drei Bänden unter dem Titel The Whale.
- 24. Dezember: Ein Feuer wütet in der Library of Congress. 35.000 Bücher und andere Einrichtungsgegenstände, darunter ein Originalporträt von Christoph Kolumbus werden ein Raub der Flammen.
- James P. Beckwourth, Pelzjäger und -händler baut den Beckwourth Trail (auch Beckwourth Emigrant Trail), eine für Planwagen befahrbare Straße über die nördliche Sierra Nevada in Nord-Kalifornien. Die Route führt über den ebenfalls nach ihm benannten Beckwourth Pass.
- Indianer der Great Plains beginnen Sieder-Tracks zu überfallen, weil die fortschreitende Ausrottung der Bisonherden die Existenzgrundlage der Indianer bedroht.
- Die Dakota (auch Santee) verkaufen einen Großteil ihres Stammesgebietes im heutigen Bundesstaat Minnesota an die Vereinigten Staaten. Sie erhalten dafür im Gegenzug eine Reservation am Minnesota, eine Einmalzahlung von 1.665.000 Dollar und das Versprechen auf jährliche Zahlungen und Warenlieferungen.
- Amerikanische Siedler beginnen sich in Kalifornien niederzulassen. Die Südöstlichen Pomo-Indianer werden gezwungen, auf deren Farmen der Siedler zu arbeiten und verlieren dabei einen großen Teil ihrer Traditionen. Viele Indianer sterben an eingeschleppten Krankheiten wie Pocken, Keuchhusten, Masern und Tuberkulose.
- Die Jicarilla (Apachen) werden von einer US-Truppe unter Kit Carson besiegt und in eine Reservation gebracht. Aufgrund von Versorgungsschwierigkeiten verlassen sie diese bald wieder. Durch die Zerstörung ihrer Äcker und Felder sowie der Bisonherden ihrer Lebensgrundlagen beraubt, nehmen die Jicarilla die Lebensgewohnheiten von anderen Apachen-Stämme an und leben von Raub und Plünderung.
- 1852
- 26. Februar: John Harvey Kellogg, US-amerikanischer Arzt und Erfinder der Cornflakes, wird geboren.
- 13. April: Winfield Woolworth, Gründer der US-amerikanischen Kaufhaus- und Supermarktkette Woolworth wird geboren.
- 01. Mai: Die spätere Westernheldin Martha Jane Cannary Burke alias Calamity Jane wird in Princeton, Missouri geboren.
- William Fargo und Henry Wells gründen im Westen der USA das gemeinsame Transportunternehmen Wells Fargo Company.
- Die Quechan-Indianer werden durch die gezielte Zerstörung der indianischen Felder und Siedlungen unterworfen.
- 1853
- 04. März: Amtseinführung von Franklin Pierce als 14. US-Präsident. Er löst Millard Fillmore ab.
- 26. Mai: Der spätere Revolverheld John Wesley Hardin wird geboren.
- 08. July: Der amerikanische Admiral Matthew C. Perry läuft mit einem Flottenverband Schwarzer Schiffe in den Hafen von Uraga in Japan ein und fordert die Öffnung des seit zweihundert Jahren in Isolation lebenden Landes
- 30. Dezember: Mit dem Gadsden-Kauf erwerben die USA 1853 von Mexiko ein Gebiet von 77.700 km² südlich des Gila River, das heute im Süden von Arizona und New Mexico liegt, um sich eine bessere Route für eine Eisenbahnlinie nach Kalifornien, die allerdings niemals gebaut wurde, zu sichern.
- Durch den Gadsden-Kauf kommen die Cocopa-Indianer unter die amerikanische Rechtsprechung. Die Indianer wehren sich gegen die nun folgenden weißen Eindringlinge, aber ihre Methode der Kriegsführung war machtlos gegen die mit Gewehren bewaffnete U.S. Armee.
- In New York findet die 2. Weltausstellung "Exhibition of the Industry of All Nations" statt.
- 1854
- 28. Februar: In Wisconsin wird die Republikanische Partei gegründet, die sich gegen eine Ausbreitung der Sklaverei wendet. Ihr gehören viele Gegner des Kansas-Nebraska Acts an.
- 14. März: Thomas Riley Marshall, US-amerikanischer Politiker, 28. US-Vizepräsident (1913-1921) wird geboren.
- 30. Mai: Mit der Unterzeichnung durch Präsident Franklin Pierce tritt der Kansas-Nebraska Act in Kraft, mit dem das Kansas-Territorium und das Nebraska-Territorium als Territorien der Vereinigten Staaten gegründet werden. Gleichzeitig wird ein Teil des Missouri-Kompromisses aufgehoben, der die Sklaverei nördlich des 36. Breitengrades verboten hat.
- 19. August: Im Grattan-Massaker töten Lakota-Indianer - bis auf einen schwer verwundet entkommenden Soldaten - eine 30-köpfige Einheit der US-Armee, die einen indianischen Viehdieb festnehmen wollte. Ein Soldat hatte zuvor den Häuptling bei dessen Aufbruch von Verhandlungen hierüber erschossen. Umgehend erfolgt eine Strafaktion gegen den Indianerstamm. Dies stellte die erste nennenswerte bewaffnete Konfrontation zwischen der US-Armee und den Lakota dar, bei der mindestens 85 Stammesmitglieder, darunter viele Frauen und Kinder, getötet wurden. Eine nicht geringe Zahl von Lakota-Frauen und -Kindern wird verschleppt.
- 27. September: Der amerikanische Schaufelrad-Passagierdampfer Arctic sinkt bei Neufundland nach einer Kollision. Dabei sterben etwa 350 Menschen, darunter alle Frauen und Kinder an Bord.
- Der Goldabbau wird zunehmend industriell und im großen Maßstab betrieben, womit die Zeit der privaten Goldgräber vorbei ist.
- 1855
- 22. Januar: Die Regierung der USA und 22 Indianerstämme im Umkreis des Puget Sound im heutigen Bundesstaat Washington schließen einen Vertrag, der die Reservate der Suquamish, Tulalip, Swinomish und Lummi regelt. Insgesamt finden sich Siegel bzw. Zeichen von 83 Indianern. Der Vertrag soll den Indianer neben den Reservaten uneingeschränkte Sammel-, Jagd- und Fischrechte garantieren. Erst vier Jahre später wird der Vertrag durch die Ratifizierung gültig.
- 23. Januar: Die Hennepin Avenue Bridge in Minneapolis ist die erste den Mississippi River überspannende Brücke. Sie wird als mautpflichtiges Bauwerk eröffnet.
- 28. Januar: Der erste Zug der Panama Railroad Company verkehrt auf der fertiggestellten Strecke zwischen Colón und Panama-Stadt. Die Route verbindet die beiden Hafenstädte an Atlantik und Pazifik miteinander. Die Investition in Höhe von acht Millionen US-Dollar finanzierte die Gesellschaft mit Sitz in New York City, ihre Aktien steigen.
- 04. Mai: Der US-amerikanische Abenteurer William Walker und 57 Gefolgsleute verlassen San Francisco per Schiff, um in Nicaragua die Macht an sich zu reißen.
- 24. August: Zur Vergeltung für die beim Grattan-Massaker getöteten Soldaten wird in Fort Kearney, wo Teile seiner alten Einheit aus dem Mexikanischen Krieg stationiert sind, eine Truppe von 600 Mann zusammen gestellt, die als Strafexpedition gegen die Sioux ausrückt.
- 03. September: Die Strafexpedition für das Grattan-Massaker erreicht den Blue Water Creek im westlichen Nebraska, an dessen Ufer etwa 250 Brulé, Männer, Frauen und Kinder, lagern. William Selby Harney fordert von den Indianern die Herausgabe der Schuldigen für das Grattan-Massaker. Als dies verweigert wird, erteilt er den Befehl zum Angriff und reitet mitten in das Lager hinein. Ein Teil der Sioux flüchtet in Höhlen am Flussufer. Die Soldaten feuern wahllos hinein, wobei viele Frauen und Kinder getötet werden. Das Massaker geht als Battle of Ash Hollow in die amerikanische Geschichte ein.
- Unter den Seminolen, die in den unzugänglichen Teilen der Everglades leben und dadurch der Umsiedlung in eine Reservation entgangen sind kommt es zu einem Aufstand, in dessen Verlauf weitere 163 Stammesangehörige nach Oklahoma deportiert werden.
- Nach einer erfolgreichen militärischen Aktion der US-Truppen ersuchen die Mescalero um Frieden und unterzeichneten einen Vertrag, in dem sie zustimmten, eine Reservation bei Fort Stanton zu beziehen. Das Experiment ist nur von kurzer Dauer, da Rache suchende Mexikaner die dort lebenden friedlichen Mescalero überfallen.
- In einem Vertrag treten die Flathead einen Großsteil ihres Gebiets an die USA ab, doch garantierte er ihnen, dass sie im Bitterroot Valley leben durfen.
- 1856
- 10. August: Ein Hurrikan richtet in Louisiana schwere Schäden an. Allein bei der Überflutung von Last Island kommen über 200 Menschen ums Leben.
- 1857
- 09. Januar: Das starke Fort-Tejon-Erdbeben erschüttert große Teile Kaliforniens. Der Erdstoß ist mit dem Erdbeben 1906 in San Francisco vergleichbar. Das Epizentrum wird bei der Stadt Parkfield vermutet. Wegen dünner Besiedlung des betroffenen Gebiets sind weniger Personen- als Sachschäden die Folge.
- 04. März: Amtseinführung von James Buchanan als 15. US-Präsident. Er löst Franklin Pierce ab.
- 06. März: Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten erklärt in seiner Grundsatzentscheidung im Fall Dred Scott v. Sandford, dass Schwarze unabhängig davon, ob sie als Sklaven gehalten werden oder nicht, keine Möglichkeit hätten, die amerikanische Staatsangehörigkeit zu erlangen. Ferner ist jede Beschränkung und jedes Verbot der Sklavenhaltung durch den US-Kongress verfassungswidrig, da die Sklavenhalter damit ohne ordentliches Gerichtsverfahren enteignet würden. Das durch Chief Justice Roger B. Taney verkündete Urteil, das die Rechte der Sklavenhalter stärkte, wird heute verbreitet als ein Hauptanlass für den Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkriegs und die nachfolgende Abschaffung der Sklaverei durch Verabschiedung der Zusatzartikel 13, 14 und 15 zur Verfassung der Vereinigten Staaten gesehen.
- 23. März: Elisha Graves Otis stellt in einem Kaufhausgebäude mit der Anschrift 488, Broadway in New York City den weltweit ersten Personenaufzug fertig.
- 24. August: Mit dem Zusammenbruch der Ohio Life Insurance Company beginnt die 1. Weltwirtschaftskrise.
- 15. September: William Howard Taft, US-amerikanischer Politiker, 27. Präsident der USA wird geboren.
- Ein fast 4.000 km langes Seekabel wird von Amerika nach England verlegt.
- 1858
- 11. Mai: Minnesota wird 32. Bundesstaat der USA
- 17. Oktober: Rowland Hussey Macy eröffnet mit Partnern ein Ladengeschäft in New York City. Es expandiert im Laufe der Zeit zum weltweit größten Kaufhaus Macy's.
- 27. Oktober: Der spätere amerikanische Präsident und Friedensnobelpreisträger Theodore Roosevelt wird geboren.
- Die Reservation der Sioux (Santee) wird weiter verkleinert, als Minnesota als Bundesstaat die Aufnahme in die Vereinigten Staaten erlangt. Ihr Gebiet bietet den Indianern nicht mehr genug Raum, um für sich selbst zu sorgen, so dass sie nun vollends von den Zahlungen der Regierung und von weißen Händlern abhängen.
- In der gerade errichteten Kolonie British Comubia bricht eine bewaffnete Auseinandersetzung im Zuge des Fraser-Canyon-Goldrauschs zwischen Goldwäschern und den Indianern vom Stamme der Nlaka'pamux aus. Hintergrund des Konflikts war, dass die zehntausenden Prospektoren das bisher bestehende Gleichgewicht zwischen den Pelzhändlern der Hudson's Bay Company und den Indianern in der Region zerstörten. Auslöser war die angeblich durch französische Goldwäscher begangene Vergewaltigung einer jungen Indianerin. Den Ureinwohnern stehen sechs hastig aufgestellte irreguläre Regimenter gegenüber, die sich aus Prospektoren von den Goldfeldern um Yale rekrutierten. Über das Ende des Fraser-Canyon-Krieges existieren keine belegten Angaben.
- Bewaffnete Texaner unter der Führung von Juan Nepomuceno töten in der Nähe von Rio Grande City alle Mitglieder der kleinen Gruppe Karankawa-Indianer. Die Karankawa-Indianer gelten seit dem als ausgestorben.
- Mohave-Indianer geraten in Streit mit den durchfahrenden Goldsuchern, der in einem Angriff auf eine Wagenkolonne eskaliert. In der Folge wird Fort Mohave am Ostufer des Colorado erbaut, um den Frieden zu sichern. Die U.S.-Armee nimmt fünf Häuptlinge als Geiseln gefangen, um weitere Angriffe der Mohave zu verhindern. Sie werden später bei einem Ausbruchsversuch getötet, wie aus Armeeberichten hervorgeht.
- In der Mojave-Wüste Kaliforniens zerstören weiße Einwanderer aus dem Osten die Felder der Mohave-Indianer und fällen ihre wertvollen Cottonwood-Bäume, um Flösse daraus zu bauen. Die Bäume lieferten wichtige Rohstoffe für die Mohave. Wütend greifen die Mohave die Weißen an, töten einen Mann, verwunden elf weitere und bringen das Vieh und die Pferde der Einwanderer um.
- Im Mai greifen rund 1000 Coeur d'Alene, Spokane, Yakama, Palouse und Nördliche Paiute 164 Soldaten der US-Armee unter Major Edward Steptoe (1816-1865) an, die gekommen sind, nachdem Palouse weiße Siedler getötet haben. Eine größere Streitmacht mit 600 Soldaten und einigen Nez Perce-Scouts unter Colonel George Wright besiegt am 1. September 1858 die Coeur d'Alene im "Battle of Four Lakes". Die 500 Indianerkrieger, haben gegen die neuen Repetiergewehre keine Chance und werden zurück gedrängt. Einige Indianer werden getötet. Kein einziger Soldat verlor sein Leben.
- 1859
- 14. Februar: Oregon wird 33. Bundesstaat der USA.
- 03. April: John Brown beginnt einen bewaffneten Aufstand zur Sklavenbefreiung in Harpers Ferry, West Virginia, der schon nach zwei Tagen scheitert.
- 06. Mai: In Colorado wird eine Goldader gefunden, was einen Goldrausch im Mittelwesten der USA auslöst.
- 17. September: Enttäuscht von den Unzulänglichkeiten des politischen Systems und der Staats- und Bundesregierungen der USA ernennt sich Joshua Abraham Norton in San Francisco, Kalifornien in Briefen an die ansässigen Zeitungen zum "Kaiser dieser Vereinigten Staaten und Schutzherrn von Mexiko". Seine aufsehenerregendsten Befehle sind die gewaltsame Auflösung des US-Kongresses - was sowohl vom Kongress als auch von der Armee ignoriert wird - und die Errichtung einer Brücke über die San Francisco Bay, der heutigen Bay Bridge. Seine Skurrilitäten werden aber nicht nur von den Bürgern von San Francisco zur Kenntnis genommen.
- Um den Mohave-Indianern die Sinnlosigkeit weiteren Widerstands vor Augen zu führen, sendet man einen Häuptling nach Los Angeles und Washington D.C., damit er die Macht der Amerikaner erkennt. Wunschgemäß beeindruckt, nutzt dieser anschließend seinen Einfluss bei den Mohave, die in der Folge Frieden mit den Weißen schließen.
Amerikanische Geschichte (1800-1900)
- Amerkanische Geschichte 1800 bis 1809
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