Eine schöne und erlebnisreiche Veranstaltung liegt hinter uns. Wir freuen uns, dass wir trotz der widrigen Wetterlage ein deutliches Plus von

€ 2.511,57 für Löwenherz

in der Kasse verbuchen konnten. Danke an alle großzügigen Spender und Unterstützer dieser Veranstaltung!

Löwenherz

Die Jagd auf den Bison

Indianerstämme, die im Verbreitungsgebiet des Bisons lebten, nutzten die Tiere für nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens. Der Bison diente den Indianern nicht nur als Nahrung, auch das Fell, die Sehnen und Knochen wurden verarbeitet. Der Bison diente als Grundlage zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen wie Kleidung, Decken, Sätteln, Zaumzeug, Seilen, Leim, Kissenfüllungen und Geschirr. Aus den gegerbten Häuten baute man Tipis. Aus den Sehnen und Knochen baute man Werkzeuge, wie Steinäxte und Knochennadeln. Und sogar der Büffelmist wurde als Brennmaterial genutzt.

Die nomadischen Indianer-Völker in den Great Plains jagten immer nur soviel, um den eigenen Bedarf zu decken. Die Jagd auf den Bison war sehr gefährlich. Ursprünglich wurde mit Pfeil und Bogen und zu Fuß gejagt. Dies änderte sich erst, als die Spanier das Pferd in Nordamerika einführten. Die primitiven Jagdmethoden konnten den ca. 60 Millionen Tiere umfassenden Bestand des Bisons nie ernsthaft gefährden.

Karte mit Verbreitung des Bisons in Nordamerika
Abb: Ursprüngliche Verbreitung des Bisons in Nordamerika

Erst das Eindringen der weißen Siedler in die Gebiete der großen Bisonherden und die kommerzielle Verwertung der Tiere sorgte erstmals für einen Rückgang der Bestände. Da besonders das Fell der Bisons für die Herstellung von Stiefeln, Riemen, Sohlen und anderer Lederwaren wirtschaftlich interessant war, wurden die Tiere meistens getötet, enthäutet und der Kadaver in der Steppe zurückgelassen.

Bedingt durch Kriege in Europa herrschte zur gleichen Zeit ein hoher Bedarf an Lederwaren in Übersee und die Vereinigten Staaten benötigten nach ihrem Bürgerkrieg dringend Devisen. Dies begünstigte abermals die massenhafte Jagd auf die Bisonherden.

Mit dem Bau einer Eisenbahnlinie von der West- zur Ostküste wurden massenhaft Bisons zur Verpflegung der Eisenbahnarbeiter getötet und später wurde es zum Volkssport Bisons vom Zug aus zu erschießen. Dies bewirkte, dass die Bisons in eine Nord- und eine Südherde geteilt wurden.

Karte mit Verbreitung des Bisons in Nordamerika um 1870
Abb: Verbreitung des Bisons in Nordamerika um 1870

Die moderneren, genaueren und schneller nachladbaren Patronenwaffen ermöglichten es einem einzelnen Jäger bis zu einhundert Bisons am Tag zu töten. Von 1872 bis 1874 wurden erstmals mehr als eine Million Bisonfelle pro Jahr an die Ostküste transportiert. Diese massive Jagd rottete zuerst die kleinere Südherde und später die größere Nordherde nahezu vollständig aus. Nur in den Gebieten, in denen die Indianer die Bisons als Lebensgrundlage verteidigten, blieben noch größere Bisonherden erhalten.

Karte mit Verbreitung des Bisons in Nordamerika um 1890
Abb: Verbreitung des Bisons in Nordamerika um 1890

Doch auch diese Herden waren bald gefährdet, als man im Kampf gegen die Indianer versuchte, ihnen die Lebensgrundlage zu entziehen und durch Hunger zu zwingen in die Reservationen zu ziehen.

Auch die Gründung des ersten Nationalparks und ein Erlass von 1883, welcher das Jagen im Nationalpark verbot, konnte die Jagd auf den Bison nicht verhindern. Erst als 1886 die US-Armee mit dem Schutz der Tiere beauftragt wurde, konnte ein kläglicher Restbestand von ca. 800 Tieren gesichert werden.

 

Übersicht

 
Online: 5 | Heute: 123 | Vortag: 201 | Tagesrekord: 613 | Gesamt: 120773